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Fotowalk Essen 1. August 2026

Street und Shooting

Titelbild: schlatoya verkörpert Evanescia aus Honkai: Star Rail, (c) by foto-gustav

Anfang August war ich für einen Fotowalk in Essen unterwegs. Der Plan war zweigeteilt: zunächst ohne festes Programm durch die Stadt, beobachten und fotografieren – und anschließend ein verabredetes Shooting.

Gerade diese Mischung mag ich: erst Streetfotografie, bei der ich nicht weiß, was mir vor die Kamera kommt, und danach ein Shooting, bei dem sich Ort, Licht und Perspektive gezielter gestalten lassen.

Street und Streetportraits

Der erste Teil gehörte ganz der Straße. Keine vorbereiteten Motive, keine feste Route – einfach schauen, was passiert.

Dabei interessieren mich weniger die großen Sehenswürdigkeiten als Menschen und kleine Situationen im öffentlichen Raum. Ein Straßenmusiker, Passanten, Verkehr oder eine kurze Begegnung können reichen. Manche Szenen sind nach wenigen Sekunden vorbei, bei anderen lohnt es sich, etwas länger zu beobachten.

Besonders beim Straßenmusiker entstand so eine kleine Folge von Bildern. Erst die gesamte Situation, dann einzelne Momente und schließlich der Blick über das Smartphone einer Passantin zurück auf den Musiker. Solche kleinen Zusammenhänge sind für mich ein wesentlicher Reiz der Streetfotografie.

Auch danach blieb es abwechslungsreich: Motorräder, Fahrräder, Autos und Menschen im Straßenbild. Keine große Geschichte – aber viele kleine Ausschnitte eines Tages in Essen.

Ein Klick auf ein Bild öffnet die Lightbox. Dort werden die Fotos in voller Größe und im vollständigen Bildformat angezeigt und können auch als Diashow abgespielt werden.

Bei der klassischen Streetfotografie entstehen die Bilder spontan und ungestellt – eine vorherige Zustimmung würde den Charakter des Augenblicks verändern. Ob ein solches Bild später gezeigt wird, entscheide ich deshalb respektvoll und mit Augenmaß, unter Abwägung zwischen dem fotografischen Interesse und den Persönlichkeitsrechten der abgebildeten Menschen. Bei Streetportraits ist es anders: Hier spreche ich die Menschen an, stelle mich kurz vor und frage nach ihrem Einverständnis. Wenn es passt, entstehen direkt vor Ort ein paar spontane Portraits.

Shooting mit schlatoya

Der Cosplayerin schlatoya war ich bereits im Mai 2026 beim Japantag in Düsseldorf zufällig begegnet. Damals durfte ich – wie bei meinen Streetportraits üblich – spontan und in aller Kürze einige Fotos von ihr machen. Zwei davon sind als Bilder 1-1 und 1-2 in meinem Beitrag zum Japantag Düsseldorf zu sehen.

Aus dieser kurzen, spontanen Begegnung entwickelte sich später die Idee für ein gemeinsames Shooting. schlatoya meldete sich bei mir, wir fanden einen passenden Termin – und verabredeten uns für den 1. August in Essen.

Treffpunkt war der Essener Hauptbahnhof. Bevor die Kamera zum Einsatz kam, nahmen wir uns erst einmal Zeit für ein kurzes Vorgespräch: Was wollen wir heute gemeinsam machen, welche Ideen haben wir und was ist uns beim Shooting wichtig? Für mich gehört das dazu – eine entspannte Atmosphäre ist eine gute Voraussetzung für gute Bilder.

Danach nutzten wir die Umgebung des Hauptbahnhofs für die ersten Aufnahmen. Bahnsteige, Treppen, Geländer und vorbeifahrende Züge boten unterschiedliche Hintergründe. Aus dem kurzen Streetportrait vom Japantag wurde nun ein Shooting, bei dem wir uns deutlich mehr Zeit für Perspektiven, Posen und Bildgestaltung nehmen konnten.

Vom Hauptbahnhof ging es mit der U11 weiter zum Rüttenscheider Stern. Der Ortswechsel wurde damit nicht zur Unterbrechung des Shootings – die Stimmung vom Hauptbahnhof konnten wir direkt mit in die U-Bahn-Station nehmen.

Der Rüttenscheider Stern bot dann eine völlig andere Kulisse. Die markante Architektur, das besondere Licht und die räumliche Tiefe der Station machten ihn für unser Shooting besonders interessant.

Jetzt können wir die besondere Architektur der Station richtig nutzen. Mal beziehen wir die geschwungenen Formen und die Tiefe des Bahnsteigs bewusst in die Aufnahme ein, mal gehen wir näher heran und lassen die Umgebung nur noch als Hintergrund wirken. Treppen, Geländer und das wechselnde Licht liefern uns dabei immer neue Motive.

Angenehm für unser Shooting ist außerdem, dass es am Rüttenscheider Stern vergleichsweise ruhig zugeht. Vor und nach Ankunft einer Bahn füllt sich der Bahnsteig kurz, dazwischen gibt es immer wieder Phasen mit wenig Betrieb. So haben wir genügend Raum, um uns zu positionieren, unterschiedliche Perspektiven auszuprobieren und Posen zu variieren.

Aber genug der Worte – jetzt sollen die Bilder erzählen. Ein Klick auf ein Bild öffnet die Aufnahme in voller Größe; anschließend lässt sich die gesamte Bildstrecke durchblättern oder wahlweise als Diashow starten.

Auswahl und Kuratierung

Mit dem letzten Auslösen ist ein Shooting noch lange nicht beendet. Von den 429 eigentlichen Shooting-Aufnahmen kamen zunächst 54 in die engere Auswahl, 32 davon habe ich schließlich bearbeitet. Für die Bildstrecke in diesem Beitrag blieben am Ende 19 Aufnahmen übrig.

Bei der endgültigen Kuratierung habe ich mir diesmal zusätzlich Unterstützung von ChatGPT geholt. Dabei haben wir Bilder und Varianten im Dialog miteinander verglichen, über Stärken, Wiederholungen und die Reihenfolge diskutiert und Vorschläge verworfen oder übernommen. Die Diskussion war sehr konzentriert und zielführend. Die fotografische Entscheidung blieb dabei bei mir – nicht bei der KI. Und bevor die Auswahl steht, bekommt natürlich auch die Protagonistin das letzte Wort: schlatoya.

Fotografie- und Drehgenehmigung: Für das Shooting hatte ich mir vorab über die Webseite der Ruhrbahn eine Fotografie- und Drehgenehmigung besorgt. Für rein private Aufnahmen ohne zusätzliches Equipment ist eine solche Genehmigung zwar nicht erforderlich; bei einem geplanten Shooting wollte ich aber auf der sicheren Seite sein. So konnten wir uns vor Ort ganz auf die Bilder konzentrieren.

Fazit

Streetfotografie und ein geplantes Shooting sind zwei ziemlich unterschiedliche Arten zu fotografieren. Gerade diese Mischung hat für mich den Reiz dieses Tages ausgemacht: erst beobachten und spontan reagieren, später gemeinsam gestalten und sich Zeit für ein Bild nehmen.

Am Ende bleiben aus vielen Momenten und 654 Aufnahmen zwei sehr unterschiedliche Bildstrecken – und vor allem ein Fototag in Essen, der mir viel Spaß gemacht hat. Mein Dank geht an schlatoya für das entspannte Shooting und die schöne Zusammenarbeit.

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